Am Eingang zum Bottnischen Meerbusen erstreckt sich der Ostseearchipel Åland mit über 6.500 Inseln zwischen Finnland und Schweden – eine autonome Region. Die bewegte Geschichte der Inselgruppe hat eine besondere politische Struktur und sprachliche Kultur hervorgebracht: Åland ist heute eine autonome und demilitarisierte Provinz Finnlands.
Laut dem Selbstverwaltungsgesetz ist Schwedisch die einzige offizielle Sprache. Åland hat ca. 28.000 Einwohner und ist in 16 Gemeinden unterteilt. Politisches und wirtschaft-liches Zentrum ist die Hauptstadt Mariehamn. Hier entscheidet das åländische Parlament, das „Lagting“, u.a. über Gesetze in den Bereichen Bildung, Kultur, Gesundheit, Verkehr und Polizeiwesen. Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Seefahrt, das Banken- und Versicherungswesen und der Tourismus. Die Arbeitslosigkeit ist gering und liegt bei etwa 2 Prozent. Seit 1954 besitzt Åland eine eigene Flagge, heutzutage sogar eine eigene Internetdomain, so dass åländische Webseiten auf .ax enden. Seit 1984 gibt die Inselgruppe eigene Briefmarken heraus.
Zum 150-jährigen Stadtjubiläum Mariehamns, gegründet unter der Herrschaft des russischen Zaren, gibt es in diesem Jahr eine Sondermarke, die mit identischem Motiv auch in Russland erscheint. Åland ist seit 1995 gemeinsam mit Finnland Mitglied der Europäischen Union, die åländische Flagge weht demnächst sogar vor Finnlands ständiger Vertretung in Brüssel. Allerdings steht Åland außerhalb der Steuerunion. Zahlungsmittel ist der Euro.
Geographie: Ålands Gesamtfläche umfasst 13.517 km2 – knapp 90 Prozent davon bestehen aus Wasser. Mit 1.527 km2 misst der Anteil der Landfläche nur 11 Prozent, die sich auf 6.757 Inseln (jeweils größer als 0,25 Hektar) verteilen. Nur 65 der Inseln sind bewohnt. Ålands Hauptinsel macht rund 67 Prozent der Landfläche aus und erstreckt sich bis zu 50 Kilometer von Nord nach Süd, von Ost bis West bis zu 45 Kilometer. Auf der Hauptinsel Fasta Åland leben über 90 Prozent der 27.456 Åländer, etwa 11.200 davon in Mariehamn, der einzigen åländischen Stadt.
Åland stellt eine typische Schärenlandschaft am südlichen Eingang des Bottnischen Meerbusens dar. Schären, Klippen und Wald prägen das Bild. Typisch für Åland ist der rötliche Rapakivi-Granit. Die Inselgruppe ist relativ flach, den höchsten Punkt bildet der Orrdalsklint mit 129 Metern über dem Meeresspiegel.
16 Gemeinden: Die Åländer teilen ihre Inselgruppe in Fasta Åland (das åländische Festland) und die nördlichen und südlichen Schären ein. Auf Fasta Åland liegen die Gemeinden Eckerö, Finström, Geta, Hammarland, Jomala, Lemland, Lumparland, Saltvik, Sund und Mariehamn. Mariehamn ist Inselhauptstadt und mit etwa 11.200 Einwohnern die größte Stadt auf Åland. Sie wurde 1861 unter russischer Herrschaft gegründet und feiert in diesem Jahr ihr 150. Jubiläum. Benannt ist sie nach der Zarin Maria Alexandrovna. Mariehamn liegt auf einer schmalen Landzunge zwischen zwei Meeresbuchten und ist vom Westhafen (Västerhamn) und Osthafen (Österhamn) umrahmt. Beide Häfen verfügen über Gasthäfen. Im Västerhamn legen zudem die großen Passagierfähren aus Stockholm, Helsinki, Turku oder Tallinn an.
Die sechs Schärengemeinden Brandö, Föglö, Kumlinge, Kökar, Sottunga und Vårdö werden in nördliche und südliche Schären unterteilt. Die Grenze verläuft entlang der Routen der Schärenfähren, die die Gemeinden mit Festland-Åland verbinden. Insgesamt wohnen etwa 2.280 Menschen in den Schärengemeinden.
Geschichte: Im Hochmittelalter gehörte Åland zu Schweden und war eng mit dessen Geschichte verknüpft. Infolge des Großen und Kleinen Nordischen Krieges fiel Åland 1714 und 1741-1743 unter russische Besatzung, bis Schweden 1809 Åland und Finnland an das russische Zarenreich verlor. Nach der russischen Februarrevolution wurde 1917 zum ersten Mal offiziell der Wunsch der Åländer verkündet, wieder zu Schweden zu gehören. Im gleichen Jahr erklärte Finnland seine Unabhängigkeit von Russland. Die folgenden Jahre strebten die Åländer nach der Wiedervereinigung mit Schweden, bis die Ålandfrage schließlich 1921 vom Völkerbund entschieden wurde: Åland blieb Teil der Republik Finnland, bekam aber Selbstverwaltungsrechte zugesprochen. 1922 trat das Selbstverwaltungsgesetz in Kraft. Weitere Informationen: www.visitaland.com
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