Helmut Oehring: »Vom Kind gehörloser Eltern zum erfolgreichen Komponisten – ein Buch voller
Poesie, Härte und Zärtlichkeit«

Geschrieben von Horst Grenz am 6. Januar 2012

Vom ahnungslosen Autodidakten, der nie eine Uni von innen gesehen hat, zum Meisterschüler und Akademie-Mitglied. Vom DDR-Wehrdienstver-weigerer zum politischen Künstler. Vom Kind gehörloser Eltern zu einem der erfolgreichsten und eigen-willigsten Komponisten heutiger Musik. Helmut Oehring erzählt seine Geschichte, bei der man aus dem Lachen, Weinen und Staunen nicht herauskommt. Ein Buch voller Poesie, Härte und Zärt-lichkeit. Kraftvoll, mitreißend und direkt.

Helmut Oehring ist hörendes und sprechendes Kind gehörloser Eltern. Erst mit vier Jahren kommt er mit der Welt der Hörenden in Kontakt – eine fremde und meist feindselige Welt. Er ist Ohr und Stimme seiner Eltern, Übersetzer zweier Welten. Doch dann entdeckt er etwas, das ganz ihm gehören wird: die Musik. Helmut Oehring erzählt die Geschichte einer kaum zu glaubenden Selbstbefreiung. Er erzählt, wie er als gelernter Autobahnbauer beginnt, sich Notenschrift beizubringen und ein Streichquartett komponiert.

Wie er aus einem Nachwende-Tief von selbstverursachter Obdachlosigkeit und Drogensucht herausfindet. Wie sein gehörloser Bruder mehrfache Republikflucht begeht, angeschossen wird, ins Gefängnis kommt und dann später im Westen von einem Auto überfahren wird. Oder wie die Schulleitung den jungen Oehring ins Heim schicken will, weil er von der Volkspolizei erwischt wurde, wie er aus verzweifelter Wut mit dem Luftgewehr vom Balkon auf Autos, Tiere und Menschen schießt. Die Schulleitung bestellt die Eltern ein. Der Junge muss übersetzen …

Helmut Oehring ist vom völligen Autodidakten zu einem der originellsten gegenwärtigen Komponisten geworden. Aber auch der Sprache entlockt er mitreißende Klangbilder aus Wut, Lust und Zärtlichkeit; er verführt den Leser mit einer Poesie zwischen Bordsteinkante, Rock und Oper, mit den fragilen Bewegungsabläufen der Kampftechnik Mike Tysons und mit den irritierenden Schönheiten des lautlosen Sprechens.Weitere Informationen: www.randomhouse.de

Abgelegt unter Sachbücher |

Joachim Gauck: »Gedanken zu Freiheit und Demokratie, zu Menschenrechten und Toleranz«

Geschrieben von Horst Grenz am 4. Januar 2012

Joachim Gauck genießt in Deutsch-land höchstes Ansehen. Der Politiker und Bürgerrechtler äußert sich leidenschaftlich zu seinem großen Lebensthema: Freiheit. Er weiß, wie Menschen unter Diktatur und Unterdrückung leiden. Er hat aber auch erlebt, wie ein Volk aufbegehrt und sich die Freiheit erobert.

Konzentriert und dicht hat Gauck seine Gedanken zu Freiheit und Demokratie, zu Menschenrechten und Toleranz zusammengefasst. Er spricht über die faszinierenden Möglichkeiten, die sich unserer Gesellschaft und jedem Einzelnen eröffnen, wenn wir die Freiheit zu nutzen wissen. Und über die Notwendigkeit, diese Chancen jetzt zu ergreifen.

Eine präzise und kritische Zeitanalyse, eine gesellschaftspolitische Agenda, deren Kernsatz lautet: »Wenn wir Freiheit gestalten wollen, gibt es nicht allzu viele Varianten. Ich jedenfalls kenne keine, die der westlichen Variante von Eigenverantwortung vorzuziehen wäre.« Weitere Informationen: www.randomhouse.de

Abgelegt unter Politik & Zeitgeschehen |

Joachim Gauck:»Er wär’s gewesen, wenn nicht …!«

Geschrieben von Horst Grenz am 4. Januar 2012

Eine Schlüsselfigur der jüngsten deutschen Geschichte erinnert sich: Joachim Gauck, engagierter System-gegner in der friedlichen Revolution der DDR und herausragender Prota-gonist im Prozess der Wiedervereini-gung als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen.

Joachim Gauck verlebte seine Kindheit in einem Dorf an der Ostseeküste. Später studierte er Theologie in Rostock und fand seinen Weg in die Kirche in Mecklenburg. Distanz zum DDR-System prägte seine Tätigkeit von Anfang an. Wie selbstverständlich wurde er Teil einer kritischen Bewegung und schließlich zu einer Symbolfigur im Umbruch von 1989. Nach dem Mauerfall übernahm Gauck politische Verantwortung, er wurde Abgeordneter im ersten freien Parlament der DDR und erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen. Der Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen blieb als Redner und Kommentator sein großes Thema, auch als er nach zehn Jahren aus dem Amt ausschied.

Zu seinem 70. Geburtstag hat Joachim Gauck seine Erinnerungen aufgeschrieben. Ihm ist ein gleichermaßen politisches wie emotional berührendes Buch gelungen, in dem er in klaren Bildern die traumatisierende Erfahrung der Unfreiheit und das beglückende Erlebnis der Freiheit nachzeichnet und den schwierigen Übergang von erzwungener Ohnmacht zu einem selbstbestimmten Leben beschreibt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel urteilte seinerzeit: »Weil Joachim Gauck so eine spannende Persönlichkeit ist, sage ich natürlich aus vollem Herzen, dass ich ihm gerne meine Reverenz erweise, denn er hat sich in herausragender und auch in unverwechselbarer Weise um unser Land verdient gemacht – als Bürgerrechtler, politischer Aufklärer und Freiheitsdenker, als Versöhner und Einheitsstifter in unserem jetzt gemeinsamen Land.« Weitere Informationen: www.randomhouse.de

Abgelegt unter Politik & Zeitgeschehen |

Siedler Verlag: »Vom Sein zum Bewusstsein – eine atemberaubende Reise in die Tiefen des menschlichen Geistes«

Geschrieben von Horst Grenz am 29. Dezember 2011

Antonio Damasio ist einer der bedeu-tendsten Neurowissenschaftler unse-rer Zeit, seine Bücher sind internatio-nale Bestseller.

In seinem neuesten Werk widmet er sich einer Frage, die Neurologen, Philosophen und Psychologen seit Jahrhunderten rätseln lässt: Wie entsteht Bewusstsein? Mit seiner Antwort erklärt Damasio, wie der Mensch zum selbstbewussten Wesen wurde und dabei Fähigkeiten wie Sprache, Kreativität und Moral entwickelte.

Seit dreißig Jahren erforscht Antonio Damasio, wie der menschliche Geist arbeitet. Aufgrund überraschender wissenschaftlicher Ergebnisse kann er zeigen, dass das menschliche Bewusstsein ein biologischer Prozess ist, der im Gehirn entsteht. Damit widerlegt Damasio die hartnäckige Vorstellung vom menschlichen Geist als etwas Eigenständiges, das vom Körper getrennt betrachtet werden müsse. In seiner Arbeit geht Damasio über die klassischen Wege, den menschlichen Geist zu untersuchen, hinaus: Neben der Verhaltens-forschung und den Neurowissen-schaften führt er erstmals eine evolutionäre Perspektive ein. Dadurch gelingt es ihm, unser Verständnis von der Entwicklung des menschlichen Geistes entscheidend zu erweitern. Weitere Informationen: www.randomhouse.de

Abgelegt unter Belletristik, Sachbücher |

Kjell Nordström & Dr. Jonas Ridderstråle, Stockholm: »Das Produktionsmittel der Zukunft ist unser Gehirn«

Geschrieben von Horst Grenz am 26. Dezember 2011

Marx hatte Recht. Die Arbeiter kontrollieren die Produktionsmittel. Denn das Produktionsmittel der Zukunft ist unser Gehirn. Kreative Köpfe bringen das Kapital zum Tanzen. Unternehmen sind nur erfolgreich, wenn die Leute dort anders denken können. Business as usual ist langweilig. Doch wo es langweilig ist, da wollen die guten Leute nicht arbeiten – und die Kunden nichts kaufen.

Funky Business. Langeweile wird für Unternehmen zur Todesursache Nummer 1. Wenn es keinen Spaß mehr macht, machen wir einfach etwas anderes. Denn kluge Köpfe brauchen Freiraum für neue und spannende Ideen. Dafür darf es ruhig ein bisschen schneller gehen. Aber morgen muss etwas Neues passieren. Funky Times. Funky Village. Technologien, Institutionen und Werte wandeln sich permanent. Das Ergebnis: ein turbulentes globales Dorf, in dem nomadisierende Stämme ständig neue Beziehungen knüpfen. Doch die Stämme von heute definieren sich über ihren Stil: Lebensstil, Arbeitsstil, Konsum-stil, Kommunikationsstil. Funky Inc. Unsicherheit und Zukunftsangst – mehr hat die satte Selbstgefälligkeit traditioneller Großunternehmen ihren Mitarbeitern kaum hinterlassen. Wie wird sich die Funky Inc. der Zukunft von den bürokratischen Dinos unterscheiden? Funky U. Und wo bitte bleibt in diesem ganzen Spiel der Mensch? Im Mahlstrom des Wandels suchen wir nach Verständnis, nach irgendeinem Sinn, nach neuen Einsichten und nach Möglichkeiten, uns und unsere Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Weitere Informationen: www.m-vg.de/redline

Abgelegt unter Politik & Zeitgeschehen |

Alfons Schubeck: »Reiseimpressionen – Kulturgeschichte und Heilkraft«

Geschrieben von Horst Grenz am 26. Dezember 2011

Seit über zehn Jahren beschäftigt sich Alfons Schuhbeck mit den Gewürzen, und seine Neugier nach den Anfängen und Heilkräften dieser Kostbarkeiten wird immer größer. Deswegen begab er sich auf Entdeckungsreise zu den Ursprüngen der Gewürze – nach Marokko, Syrien und Israel, in den Libanon und die Türkei. Entstanden ist ein Buch voller Reiseimpressionen und neuer Rezepte.

In seinem neuen Buch berichtet der Meisterkoch über die spannende, kaum bekannte Kulturgeschichte der Gewür-ze von den frühen Hochkulturen über das antike Griechenland bis hin zum Mittelalter. Auch das alte Heilwissen über Gewürze, das heute in Verges-senheit geraten ist, wird in Alfons Schuhbecks neuem Buch erstmals rekonstruiert und neu entschlüsselt. Denn über Jahrtausende waren Kräuter und Gewürze die einzige Medizin, die den Menschen zur Verfügung stand.

Die kulinarischen Inspirationen von Begegnungen mit Köchen, Händlern und Medizinern vereint Alfons Schuhbeck mit seiner eigenen Kochweise und lässt so 150 ganz neue Rezeptkreationen entstehen! In seinem Buch präsentiert er erstmals eine ganz neue Weltküche der Gewürze! Weitere Informationen: www.zs-verlag.de

Abgelegt unter Kochbücher |

Sven Plöger: »Statt aber über das Ausmaß zu lamentieren, müssen wir zu einem konstruktiven Umgang mit den einsetzenden Veränderungen finden«

Geschrieben von Horst Grenz am 26. Dezember 2011

Unbestritten ist: Der Klimawandel ist nicht mehr abzuwenden. Statt aber über das Ausmaß zu lamentieren, müssen wir zu einem konstruktiven Umgang mit den einsetzenden Veränderungen finden, die sich auf sämtliche Lebensbereiche auswirken. Die nun eingeleitete Energiewende ist ein guter Anfang. Sven Plöger zeigt, wie sie gelingen kann und wie wir den Klimawandel letztlich als Chance begreifen können.

Der Klimawandel kommt, das steht außer Frage. Doch in welchem Ausmaß wird er uns treffen? Die Folgen werden wir in sämtlichen Lebensbereichen wie Wohnen, Verkehr und Landwirtschaft spüren. Wir werden konstruktive Lösungen finden müssen. Sachliche Unkenntnis und Lobbyismus verschiedener Interessengruppen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien haben jedoch zu einer undurchdringlichen Vielfalt an Meinungen geführt.

Sven Plöger zeigt, wie diese Einzelinteressen endlich überwunden werden können, und macht damit den Blick frei für die Möglichkeiten, die sich uns eröffnen. Denn erst der Klimawandel verstärkt den Zwang, effizientere Technologien zu entwickeln und Alternativen zu fossilen Energieträgern wie erneuerbare Energien zu fördern. Weitere Informationen: www.westendverlag.de

Abgelegt unter Sachbücher |

Zeruya Shalev erzählt von unserer schicksalhafte Gebundenheit an Ort, Zeit und vor allem an die Familie, in die wir geboren sind.

Geschrieben von Horst Grenz am 26. Dezember 2011

Noch mal ganz von vorne beginnen — für den Rest des Lebens. Zeruya Shalev erzählt von unserer schicksal-hafte Gebundenheit an Ort, Zeit und vor allem an die Familie, in die wir geboren sind: Je größer die Fliehkräfte von Wut, Enttäuschung und Trauer, umso stärker ist ihre Anziehungskraft.

Chemda Horovitz liegt in ihrem Bett und blickt mit schwindendem Bewusstsein auf ihr Leben zurück. Sie denkt an ihre Kindheit im Kibbuz, an ihre Ehe und ihre zwei Kinder, von denen sie eines zu sehr und das andere zu wenig liebte. Ihr geliebter Sohn Avner ist zu einem Mann herangewachsen, dessen Erfolg als Anwalt ihn nicht von seiner tiefen Verbitterung erlösen kann. Er verfällt einer geheimnisvollen Frau, die seine Liebe nicht erwidert.

Chemdas Tochter schenkt alle Liebe und Aufmerksamkeit ihrer Tochter. Als diese sich immer weiter von ihr entfernt, entsteht in ihr das mächtige Verlangen, ein Kind zu adoptieren und noch einmal von vorne zu beginnen. Doch der Widerstand ihrer Familie treibt sie in eine Sackgasse. Sie kann den Traum nicht überwinden, der das zu sprengen droht, was er eigentlich retten soll: ihre Familie.

In Für den Rest des Lebens erzählt Zeruya Shalev von den elementaren Kräften zwischen Eltern und Kindern, von Wut, Enttäuschung und Sehnsucht, von Verletzungen und Liebe und davon, wie sich die Familienbande als stärker und beständiger erweisen als alles Sehnen und Streben, diese zu zerschneiden, und stärker als alle Kräfte, die uns trennen.

Die Übersetzerin Mirjam Pressler wurde 1940 in Darmstadt geboren. Sie übersetzte mehr als 300 Titel aus dem Hebräischen, dem Englischen und dem Niederländischen ins Deutsche. Zudem ist sie eine der erfolgreichsten deutschen Kinderbuchautorinnen und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, etwa dem Deutschen Bücherpreis, der Corine und dem Deutschen Jugendliteraturpreis.Weitere Informationen: www.berlinverlag.de

Abgelegt unter Belletristik |

Berlin Verlag: »Fluss der Wunder – ein überwältigender Abenteuerroman«

Geschrieben von Horst Grenz am 26. Dezember 2011

Im Auftrag eines Pharmainstituts reist Marina Singh in den brasilia-nischen Urwald, um ihren verschol-lenen Kollegen Anders zu suchen — und um herauszufinden, welche mysteriösen Forschungen die exzentrische Dr. Swenson im Urwald betreibt. Für Marina beginnt eine gefahrvolle Reise zu den Grenzen von Wissenschaft und Mythos, Wahn und Wunder.

Als der Biologe Anders Eckman auf der Suche nach Dr. Swenson im brasilia-nischen Regenwald verschwindet, soll Swensons ehemalige Studentin Marina Singh dem Fall nachgehen und die eigenwillige Forscherin aufspüren, die sich seit Jahren weigert, Berichte an ihr Institut zu liefern. Marina folgt Eckmans Spuren und wagt sich auf eine gefährliche Reise ins dunkle Herz des Amazonas, um zu klären, was es mit Swensons geheimnisvollen Studien über die Fruchtbarkeit der Ureinwohner auf sich hat. Doch je näher sie ihrem Ziel auf dem Rio Negro entgegenreist, desto klarer wird ihr, dass sie sich nicht nur den Gefahren des Urwalds, sondern auch ihren eigenen Ängsten stellen muss …

Fluss der Wunder ist ein intelligenter Abenteuerroman mit einer faszinierenden Heldin, ein packendes Stück Literatur über Wissenschaft und Moral, den Schrecken der Natur und das Grauen im Herzen eines jeden, der Grenzen überschreitet, an denen kein Mensch jemals rühren sollte. WEitere Informationen: www.berlinverlag.de

Abgelegt unter Belletristik |

Theo Sommer: »Unser Schmidt«

Geschrieben von Horst Grenz am 26. Dezember 2011

Theo Sommer, langjähriger Chef-redakteur und Herausgeber der ›Zeit‹, kennt Helmut Schmidt seit 1961. Er hat dessen politische Karriere journalistisch begleitet und arbeitet seit 1983 mit dem Heraus-geber und Autor Schmidt bei der Wochenzeitung ›Die Zeit‹ zusammen. Er schildert die politischen Stationen Helmut Schmidts, beschreibt seine Vorstellungen und Handlungsgrund-lagen und gibt aus nächster Nähe Einblicke in die zweite Karriere Schmidts als Publizist.

Das ist auch nicht schwieriger, als wenn man als Politiker in ein neues Ressort kommt und sich einarbeiten muss«, sagte Helmut Schmidt, als er 1983 seinen Herausgeberposten bei der ›Zeit‹ antrat. Ganz so einfach scheint es dann doch nicht gewesen zu sein, zumindest nicht für diejenigen, die schon länger bei dem Blatt tätig waren. Schmidt schärfte den Ressortleitern schon mal ein, »die Wohngemeinschafts- und Gossensprache der 68er-Generation« zurückzudrängen.

Die Kollegen konterten: »Eine Redaktion ist kein Ministerium.« Doch schon bald herrschte Einigkeit darin, eine tolerante, weltoffene Zeitung zu machen. Weitere Informationen: www.dtv.de

Abgelegt unter Politik & Zeitgeschehen |

Nächste Einträge »